Ist ein schwererer Stoff immer abriebfester?
Nicht unbedingt. Ein höheres Flächengewicht bedeutet zwar, dass mehr Material vorhanden ist, das Gewicht allein bestimmt jedoch nicht die Strapazierfähigkeit.
Ein dicht konstruierter Stoff aus starken Garnen kann abriebfester sein als ein schwererer Stoff mit einer lockeren oder stark strukturierten Oberfläche. Faserfestigkeit, Garnkonstruktion und Stoffdichte sollten deshalb immer gemeinsam betrachtet werden.
Sind Maschenwaren abriebfest?
Auch gestrickte und gewirkte Stoffe können eine gute Abriebfestigkeit aufweisen, insbesondere wenn sie aus festen synthetischen Fasern bestehen und kompakt konstruiert sind. Jersey aus Polyester oder Polyamid wird häufig dort eingesetzt, wo Flexibilität mit einer guten Widerstandsfähigkeit gegen wiederholte Beanspruchung kombiniert werden soll.
Lockere Maschenwaren sowie Stoffe mit offenen Schlaufen oder stark aufgerauten Oberflächen können schneller sichtbaren Oberflächenverschleiß zeigen, da mehr Fasermaterial der Reibung ausgesetzt ist.
Abriebfestigkeit und Pilling im Vergleich
Abriebfestigkeit und Pilling hängen beide mit Reibung zusammen, beschreiben jedoch unterschiedliche Arten von Verschleiß. Bei der Abriebfestigkeit geht es darum, wie stark ein Stoff durch Reibung abgetragen oder geschwächt wird, während beim Pilling kleine Faserknötchen auf der Oberfläche entstehen.
Ein Stoff kann daher strukturell weiterhin stabil sein und trotzdem Pilling entwickeln. Faserart, Garnkonstruktion und Oberflächenstruktur beeinflussen beide Eigenschaften.
Wie wählt man einen abriebfesten Stoff aus?
Die Abriebfestigkeit sollte nicht allein anhand der Materialzusammensetzung beurteilt werden. Bei stark beanspruchten Anwendungen sollten Faser, Garn, Stoffdichte, Konstruktion, Oberfläche und Verwendungszweck gemeinsam berücksichtigt werden.
Wenn die Abriebfestigkeit eine wichtige Leistungsanforderung ist, liefern Laborwerte wie Martindale-Ergebnisse eine aussagekräftigere Grundlage als Stoffgewicht oder Faserzusammensetzung allein.